20170522 124224 - KopieBereits im Winter stand fest, heuer sollte wieder einmal etwas Besonderes am Rennkalender unseres Teams stehen, ein Großevent sollte es sein, eines welches uns einiges abverlangte. So etwas wie die „Tour Transalp“, das “Race around Austria“ oder doch ein Etappenrennen wie die „Tour de Kärnten“?

 

 


Die Entscheidung fiel uns in diesem Fall nicht schwer, das RAA haben wir bereits mehrmals bestritten und erfordert doch einiges an Planungszeit und Invest. Die Tour Transalp war uns zu Berglastig, darum fiel die Entscheidung ganz eindeutig auf die Tour de Kärnten. Ein 6 tägiges Etappenrennen im schönen Mittelkärnten im Raum Ossiach sollte es also werden. Mit 2 Zeitfahren und 4 Marathons schien uns die Streckenführung auch recht ausgewogen zu sein. Schnell haben sich Interessenten gefunden, die Motivation einmal ein richtiges Etappenrennen zu fahren war natürlich hoch und spannend zugleich, keiner von uns wusste wie sich 6 Rennen in Folge anfühlen, bricht man komplett ein, oder werden die Beine wirklich von Tag zu Tag besser wie man es oft von den Profis hört…? Wir würden es am eigenen Leib erfahren …;)

Johannes, Raphael und Wolfgang reisten zusammen mit Betreuerin Renate nach Ossiach, wo von 20 -25.05. ca. 350 Rennfahrer aus ganz Europa auf Etappenjagt gingen. Nicht weniger als 450km und 7.000hm galt es im Renntempo zurück zulegen, das es alles andere als eine Spazierfahrt werden würde war uns spätestens nach dem Erscheinen der Startliste bewusst. Neben sehr guten Elite Fahren aus Deutschland und Holland waren auch mit Steinkellner und Nothegger zwei österreichische „Pros“ am Start. Unsere Ziele für die Rundfahrt mussten wir dementsprechend anpassen, ein Fahrer am Podest der Gesamtwertung war ein hochgestecktes aber auch realistisches Ziel welches wir als Team durchaus schaffen konnten – hoffentlich!
 

Der erste Renntag war vom Papier wie geschaffen für uns, ein 39km langes und flaches Einzelzeitfahren um den Ossiachersee sollte uns den nötigen Vorsprung für die kommenden Tage bringen. Mit Hirschi und Wolfgang hatten wir zwei heiße Eisen auf den Tagessieg im Feuer. Für Raphael war es das erste EZF nach langer Zeit, er überraschte aber mit einer super Zeit und der 11 schnellsten Zeit des Tages nicht nur sich selbst. Wolfgang der nach einer schlaflosen Nacht alles anderes als fit war schaffte etwas enttäuscht den dritten Gesamtrang mit einem Schnitt von 46kmH. Johannes musste es also richten und der tat es auch! Mit einem Schnitt von 47kmH umkreiste unser Pinzgauer Kraftpaket den Ossiachersee und holte den Tagessieg gleich auf der ersten Etappe, 17sec. vor Steinkellner Klaus, was für ein Erfolg! Das es unser einziger Tagessieg werden würde war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar …;)


Voller Motivation starteten wir in die nächsten vier Marathon –Etappen, welche sich in Grunde genommen alle nach einem wiederkehrenden Schema abgespielt haben. Start war täglich um 9Uhr in Ossiach, wo immer eine neutrale Phase von ca. 12km folgte. Nach dem Startschuss ging es ab dem ersten Berg ums Überleben für alle Teilnehmer, Wattwerte welche man normal nur aus Trainingszeitschriften kannte waren nötig um nur im Ansatz in der ersten Gruppe zu bleiben. Das Niveau war gerade am Berg unglaublich hoch, scheinbar nach Belieben fuhren die beiden Favoriten dem Rest der Welt davon. Doch sie waren gnädig, meist warteten sie auf der Bergkuppe wieder auf die Verfolger, der Weg ins Ziel war dann doch noch zu weit. Die Tagessiege machten die beiden also täglich unter sich aus, für uns und den Rest des Feldes ging es lediglich um die Plätze dahinter. Die Topographie der Marathons war anspruchsvoll, sehr anspruchsvoll täglich standen 1.500 – 2.500Hm auf der Tagesordnung und das bei den typischen steilen Kärntner Rampen bis zu 18%
Am dritten Tag der Tour de Kärnten erwischte Raphael leider der Defektteufel, ein Platter in einer Abfahrt gleich am Beginn des Rennens zwang ihn zur Aufgabe. Die letzten beiden Tage bestritt unser Team also als „Duo“ beide lagen in Aussichtsreicher Position auf Platz 3 und Platz 5 in der Gesamtwertung welche es auf den letzten Etappen noch zu verteidigen galt. Die Endgültige Entscheidung fiel am letzten Tag beim Bergzeitfahren auf die Gerlitzen, wobei es in Wahrheit kein „BZF“ war sondern ein Bergrennen wobei immer 20 Fahrer gleichzeitig auf den Weg geschickt wurden. Die 13km und 1300Hm auf die Gerlitzen waren gerade am sechsten Renntag eine ordentliche Herausforderung für alle Teilnehmer. Johannes und Wolfgang durften im letzten Startblock der Tour starten, wobei sich alle Sieganwärter der jew. Klassen befanden.

Spätestens nach ca. 2km trennte sich die Spreu vom Weizen und schnell zeigte sich ein bereits bekanntes Bild. Vorne weg die beiden Favoriten, welche sich den Tages und den Toursieg unter sich ausmachten.  Johannes dem dieser steile Anstieg deutlich besser lag als Wolfgang konnte sich bereits nach wenigen Kilometern absetzten und fuhr einen ungefährdeten dritten Platz ein. Er verteidigte somit den dritten Gesamtrang der Tour vor dem Deutschen Zoltan Seczyzan.

Die Ausbeute nach der letzten Etappe konnte sich also sehen lassen und ließen uns die Strapazen der vergangenen 450km und 7.000Hm beinahe vergessen. Johannes konnte mit einem 1 Platz und zwei 3 Plätzen den 3 Gesamtrang bei der Tour de Kärnten einfahren und bestätigte damit auch sein unglaubliches Talent. Für Wolfgang war es am Ende der 5 Gesamtrang bei der Tour wobei er seine AK Ü40 mit 5 Siegen und einem 2 Platz beim Bergrennen klar für sich entschieden hat.

Eine wirklich schöne aber auch anstrengende Woche im schönen Kärnten ging dem Ende zu und wir waren um einige Erfahrungen reicher.
Nicht nur das Kärnten „ein Wahnsinn ist“ nein, auch die professionelle Durchführung der Rennen hat uns stark begeistert, hier haben sich die Organisatoren um Bernd Neudert wirklich Mühe gegeben und ein Top Event auf die Beine gestellt. Perfekt gesicherte Straßen, tägliche Einschreibkontrollen und die Strapazen der Etappen ließen uns zumindest einen kleinen Einblick in die Welt des Profis gewähren. Dass trotz des super Wetters mehr als 100 Starter während der Tour ausgestiegen sind, zeigte aber auch wie anstrengend so ein Etappenrennen sein kann. Bedanken möchten wir uns bei Renate die uns täglich bestens Verköstigt hat und bei Melasan Sport für die Unterstützung – Danke!

Dass die Tour de Kärnten auch im kommenden Jahr wieder stattfindet steht bereits fest.
Von 19 – 24.05.2018 gibt es wieder 6 Etappen, vielleicht sind wir wieder mit von der Partie :-)

 

Fotos von der TDK auf unserer Facebook Seite „KLICK HIER“

Alle Ergebnisse der Einzel und Gesamtwertung „KLICK HIER“

viele Fotos zu diesem super Event auf der Seite von Werner Kapfenberger "KLICK HIER"